Das Erbschaftsteuerreformgesetz ab 2009                                                                               


Eine Übersicht über die wichtigsten Bestimmungen:

Steuerklassen und Freibeträge (§ 15 / § 16)                                                                                                                   

 Steuerklasse I
Freibetrag 
 Ehegatte, auch gleichgeschlechtliche Partner 500.000 €
 Kinder, Stiefkinder 400.000 €
 Enkelkinder 200.00 €
 Eltern und Voreltern, jedoch nur bei Erwerb
 
 ... von Todeswegen100.000 €
... bei Schenkung  20.000 €                                
 Steuerklasse II 
 Geschwister, Abkömmlinge 1. Grades, Stiefkinder, Geschwisterkinder, Schwiegereltern, geschiedene Ehegatten; Freibetrag jeweils  20.000 €
 Steuerklasse III 
alle übrigen Erwerber  20.000 €


Steuersätze (§ 19)

Die Erbschaftsteuer wird nach folgenden Prozentsätzen erhoben:

ab 2010

Wert des steuerpflichtigen Erwerbs (§10)
bis einschließlich ... €                                                                             Prozentsatz in der Steuerklasse
                                                         
I                            
 II                       
 III                 
                75 0001530
              300 0001120 30
              600 00015 25 30 
           6 000 00019 30 30 
         13 000 00023 35 50 
         26 000 00027 40 50 
 über 26 000 00030 43 50 




für 2009

Wert des steuerpflichtigen Erwerbs (§10)
bis einschließlich ... €                                                                               Prozentsatz in der Steuerklasse
   I II                              III
                 75 0007                        30                  30                                   
               300 000  11                                3030 
               600 00015 30 30 
            6 000 00019 30 30 
          13 000 00023 50 50 
          26 000 000 27 50 50 
 über 26 000 000                                               30 50 50 












von 2002 bis 2008

Wert des steuerpflichtigen Erwerbs (§10)
bis einschließlich ... €                                                                               Prozentsatz in der Steuerklasse
  IIIII 
               52 00012 17 
             256 000 11 17 23 
             512 000 15 22 29 
          5 113 00019 27 35 
        12 783 00023 32 41 
        25 565 00027 37 47 
über 25 565 000           30             40             50             

weitere Freibeträge 


Sachliche Freibeträge (§ 16)
 Hausrat und Kleidung Steuerklasse I41 000 €
 andere bewegliche Gegenstände, z.B. ein Auto Steuerklasse I12 000€
 Hausrat und andere Gegenstände Steuerklasse II und III12 000 €


Versorgungsfreibeträge (§ 17)

 für den überlebenden Lebenspartner256 000 €                        
 für Kinder bis zu 5 Lebensjahren    52 000 €
 von 5 - 10 Lebensjahren  41 000 €
 von 10 - 15 Lebensjahren  30 700 €
 von 15 - 20 Lebensjahren  20 500 €
 bis zum 27. Lebensjahr  10 300 €


Familienwohnheim (§ 13 Abs. 4a)

Das Familienwohnheim, das von dem überlebenden Ehegatten bewohnt wird, ist in voller Höhe steuerfrei, gleichgültig welchen Wert und welche Größe das Haus hat. Auch wenn das selbstbewohnte Familienwohnheim an die Kinder vererbt wird, ist ein Freibetrag vorgesehen, der jedoch Einschränkungen unterliegt:                                                                                                                                          Die Kinder müssen das Haus nach dem Erbfall noch 10 Jahre bewohnen. Außerdem darf die Wohnfläche 200 qm nicht überschreiten. Der überschreitende Wertbetrag ist steuerpflichtig

Beerdigungskosten (§ 10 Abs. 5 Nr. 3)

Die Beerdigungskosten sind bis zum Betrag von 10 000 € steuerfrei.

 

Unentgeltliche Pflege (§ 13 Abs. 9)

Für den Pfleger des Verstorbenen wird für die unentgeltliche Leistung ein Freibetrag von 20 000 € gewährt.

                                                                                                       

Bewertung des Grundbesitzes

Die Bewertung der bebauten Grundstücke ist nach dem Vergleichswertverfahren (§ 182 Abs. 2 und §183 BewG), dem Ertragswertverfahren (§ 182 Abs. 3 und §§ 184 - 188 BewG) oder dem Sachwertverfahren (§ 182 Abs. 4 und §§ 189 - 191 BewG) durchzuführen.

Vergleichswertverfahren für Ein- und Zweifamilienhäuser, Wohn- und Teileigentum:

Es wird entweder die Methode des Vergleichspreisverfahrens durch Heranziehung von tatsächlichen Verkaufspreisen oder die Methode der Vergleichsfaktoren durch Rückgriff auf qm-Preise angewandt. Die Objekte sind nach Ausstattung gut, mittel, einfach und nach Baujahr einzuordnen, damit Vergleiche möglich sind.

Ertragswertverfahren für Mietwohngrundstücke, Geschäftsgrundstücke und gemischt genutzte Grundstücke, falls übliche Miete feststellbar:

Es wird aus dem Rohertrag nach Abzug der Bewirtschaftungskosten und der Bodenwertverzinsung der Gebäudereinertrag ermittelt. Durch Anwendung eines Vervielfältigers, der sich aus dem Liegenschaftszinssatz und der Restnutzungsdauer ergibt, erhält man den Gebäudeertragswert. Der Grundbesitzwert ergibt sich daraus durch Addition des Bodenwertes.

Sachwertverfahren, falls kein Vergleichswert vorliegt bzw. die übliche Miete nicht feststellbar ist, sowie für sonstige bebaute Grundstücke:

Es werden zunächst getrennt der Bodenwert und der Gebäudesachwert ermittelt. Auf diese Summe wird eine Wertzahl (Marktanpassungsfaktor) angewandt, um den Grundbesitzwert zu erhalten (§ 192 ff. BewG).                                                                                                                                       Es kann der Nachweis des niedrigen gemeinen Wertes erbracht werden (§ 198 BewG). Der Grund dieser Bewertung liegt im wesentlichen darin, dass diese aufwendigen Grundstücke nicht den Mietertrag erzielen wie die als Mietobjekt erstellten Gebäude.

Schenkung unter Auflage: Nießbrauch (§ 7)

Der Nießbrauch hat nach dem Erbschaftsteuer- Reformgesetz eine hohe Bedeutung erlangt, und zwar deswegen, weil er nicht mehr zur Aussetzung der Erbschaftsteuer führt, sondern schon beim Erbschaftsteuerfall in Abzug gebracht werden kann.
Die Höhe des Abzugs errechnet sich wie folgt:
Der Jahresmietüberschuß ist zu multiplizieren mit der Lebenserwartung des Schenkers lt. Sterbetabelle, als Höchstwert gilt der 18,6 fache Betrag des Mietüberschusses.  Behält sich z.B. ein Veräußerer eines Grundstückes das Nießbrauchsrecht vor, dann hat der Beschenkte oder Erbe zwar das Grundstück erhalten, aber er hat keine Erträge aus dem Grundstück. Das hat zur Folge, dass sich einkommensteuerrechtlich keine Änderungen ergeben, weder für den Schenker noch für den Beschenkten.